Ab heute wünsche ich uns nur mehr,
dass nichts mehr so wird, wie es war!
Die Nacht des Jahreswechsels ist nicht laut. Zumindest nicht in mir. Sie ist ein Tor, das sich öffnet, ohne dass man es berührt.
Ich atme tief ein und sehe dem alten Jahr nach, dankbar für das, was blieb und was ging.
Und dann gehe ich einen Schritt weiter — hinein in ein neues Licht, das schon wartet.
Der vorletzte Tag des Jahres trägt eine leise Schwere. Nicht traurig — nur voll. Wie ein Gefäß kurz vorm Überlaufen.
Ich sitze im Winterlicht und höre in mich hinein. Und was ich finde, ist kein Lärm, sondern ein leiser Aufbruch.
Frost im Abendlicht,
streut auf Zweige kleinen Glanz —
Tag schließt still die Hand.
Das Jahr lässt langsam los. Ich spüre es im Licht, im Wind, in den verschobenen Tagen.
Ein Teil von mir blickt zurück, ein anderer nach vorn. Doch am wichtigsten ist jener Teil, der einfach hier bleibt — genau zwischen beidem.
Der Tag ist träge, ohne Last. Nichts fordert, nichts ruft. Ich nehme mir die Freiheit, einfach zu sein — unproduktiv, ungestört, unbewertet.
Und im Nichtstun erkenne ich: Der Winter kann heilsam sein, wenn man ihn lässt.
Der Tag wirkt klarer als die Tage zuvor. Vielleicht, weil das Jahr sich seinem Ende zuneigt und die Gedanken sich ordnen wollen.
Ich gehe über ein Feld und sehe alte Spuren verschwinden. Und denke: Was vergeht, muss nicht verloren sein.
Der Tag nach dem Fest hat seine eigene Poesie. Ein Ausatmen, ein Loslassen. Alles ist ein wenig weicher, ein wenig langsamer, ein wenig echter.
Ich trinke einen Tee und sehe den Dampf aufsteigen. Und in diesem kleinen Moment ruht die Welt.